GROHE vs. Fachhandwerker

Der Armaturenhersteller GROHE hat mit einem Montagevideo für den Endkunden mal wieder für Verwunderung gesorgt.
Das Fachhandwerk schüttelt mit den Kopf und sieht in der Außendarstellung, wie man bei GROHE zu denken scheint und wem man sich vorrangig verpflichtet fühlt.

Dass man die GROHE Produkte wie selbstverständlich in jedem Baumarkt findet, wundert ja schon lange keinen mehr. Das man aber in einem Montagevideo die Hausfrau zum Selbstkauf und Einbau animiert, ist unserer Meinung nach einer Fachmarke nicht mehr würdig.

In 90 von 100 Fällen dürfte eine halbwegs geschickte Hausfrau es auch hinbekommen, eine Waschtisch-Armatur unfallfrei an einem Waschtisch anzuschließen, aber das Signal ist eindeutig:
GROHE ist Maße wichtiger als Klasse. Grundsätzlich darf das ja auch jeder für sich entscheiden, aber dann sollte man auch so konsequent sein und die Produkte vom Markt nehmen, die dann an einem Fachhandwerker nicht herumkommen.

Wer glaubt, dass man das Fachhandwerk nur für die anspruchsvollen Produkte (aus)nutzen darf, aber den Verkauf und die Montage von relativ überschaubaren Produkten direkt mit dem Endkunden kommuniziert, der hat ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Industrie und Fachhandwerk komplett aus den Augen verloren.

Wir von Team Handwerk e.V. finden dies beschämend und verurteilen so eine Denkweise. Die Trinkwasserinstallation mit all seinen Vorgaben, ist doch kein Toaster, wo man nur einen Stecker einsteckt.
Liebe Industriepartner, man kann sich doch nicht nur die Erdbeeren raussuchen, wenn man partnerschaftlich Geschäfte machen möchte.

All die Werte, die man über Jahrzehnte aufgebaut hat, werden hier kompl. außer Acht gelassen. Wenn der Fachhandwerker in Zukunft einen großen Bogen um GROHE-Produkte macht, darf man sich dann auch nicht mehr wundern.

Hier der Link zu der Kampagne:
GROHE Deutschland – YouTube

Ein Kommentar von Team Handwerk e.V.

Lieferengpässe und Teuerungszuschläge (Teil 2)

Unsere Generation erlebt gerade wohl das erste Mal mit, wie gut es uns in den letzten Jahrzehnten doch gegangen ist.

In Deutschland frieren gerade Familien, nicht weil Sie es sich nicht leisten könnten, sondern weil deren Heizungsanlagen defekt sind und neue Heizgeräte Lieferzeiten haben, die wir so noch nicht kannten.
Was für eine Situation, und wo der Mangel groß ist, werden die Preise halt angezogen. Marktwirtschaft eben, oder?
Ein Überseecontainer, der Anfang des Jahres noch unter 2.000.- € kostete, erreichte zum Ende des Jahres einen Preis von rund 20.000,- €.
Hier ist die Verzehnfachung schon ein richtiges Brett. Da sind die rund 20%, die es in der Heizungsabteilung zu verzeichnen gibt, ja fast wieder überschaubarer.

Der Endkunde ist sensibilisiert und nimmt gezwungener Maßen, die Mehrkosten hin. Alles ist eben besser als im Winter keine Heizung zu haben.
Das Stahl, Holz, Kunststoffe teurer geworden sind, ist mittlerweile beim Kunden angekommen. Das größere Problem sind aber die elektronischen Kleinteile. Die sogenannte Chip-Technik.
Hier wird mal wieder deutlich, wie abhängig wir Deutschen doch vom asiatischen Markt sind. Die, wenn wundert es, zuerst ihren eigenen Markt bedienen. Vom Handy bis zur Unterhaltungselektronik, die Chips kommen nicht von Funny, sondern aus China, Taiwan oder Südkorea.

Es gibt Autohersteller, die ihre Autos ausliefern und im Nachgang noch einmal die fehlende Elektronik einbauen. Natürlich keine sicherheitsrelevanten Einbauteile, aber das deckt schon die Verzweiflung auf, die mitunter da draußen herrscht.
Fast alle Handwerksbetriebe sind darüber hinaus in Vollbeschäftigung. Neukunden sind fast unerwünscht und man hat schon alle Hände damit zu tun, seiner Stammkundschaft den gewohnten Service anzubieten. Facharbeitermangel? Ja, auch das wird gerade immer offensichtlicher.

Man muss auch mal „Nein“ sagen können. Untypisch fürs Fachhandwerk und für manchen Selbstständigen nicht übers Herz zu bringen. Aber gerade was Neuanfragen angeht, ist es auch mal besser ein aufrichtiges „Nein“ zu formulieren, als ein gequetschtes „Ja“, dass einem nachher um die Ohren fliegt.
Kein Service ist hier tatsächlich mal besser, als einen schlechten abzuliefern.

In diesem Sinne
Euer Team Handwerk e.V.

Lieferengpässe und Preissteigerungen …

Auch die SHK-Branche muss sich dieser Herausforderung stellen. Das zum Halbjahr die Produktpreise einen derartigen TZ (Teuerungszuschlag) erfahren, ist so wohl auch noch nicht vorgekommen.
„Die bösen Chinesen und die egoistischen Amerikaner kaufen den Weltmarkt leer“, so ist es zumindest zu hören.
Aber die Aufschläge im 2-stelligen Prozentbereich muss die Branche natürlich auch an seine Kunden weitergeben.
Der Eine kann es dann besser erklären, der Andere weniger. Wer sich also nicht verkalkulieren will, muss hier jetzt am Ball bleiben und konsequent anpassen.

Klar, irgendwann wird sich die Verfügbarkeit wieder einpendeln, aber ob sich dann der Preis noch mal in die Normalität wiederfindet, darf bezweifelt werden.
Und was heißt überhaupt „Normalität“? Inflation ist ja mittlerweile überall ein Thema und wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass der €uro an seiner Kraft verliert.
Die Industrie scheint durch Corona der große Gewinner zu sein. Fast überall hört man, dass die Einbrüche nach hinten raus ins Positive gewandelt werden konnte.
Die Engpässe bei der Lieferung, sind ja auch nicht nur der eigenen Materialbeschaffung zuzuschreiben, sondern auch dem steigendem Zuspruch der Verbraucher.
Aus dem Fachhandwerk ist überall von einer Kapazitätsgrenze zu hören und geeignetes Personal schwer zu finden. Die nahe Zukunft verspricht da keine Verbesserung und das Thema „Klimaziel erreichen“, wird auch mit der nächsten Regierung ein Kraftakt der gesamten Branche.
Scherzhaft gemeint, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die ersten Reiseveranstalter, Piloten, oder auch Chirurgen eine Umschulung zum Versorgungstechniker machen.

In diesem Sinne – Euer Team Handwerk e.V.

Vissmann will Dienstleister werden?

Zumindest wird dies so in der SHK-Tacheles, mit „Viessmann kündigt umfassendes Dienstleistungsangebot an“ beschrieben.
Weiter heißt es da noch: „Viessmann konzentriert sein Dienstleistungsangebot für Fachbetriebe“.

Wenn man dies so liest, hört es sich schon fast selbstlos an.

Wir möchten aber dann doch einmal hinterfragen, ob es für die Fachbetriebe einen Vorteil darstellt. Was wird denn genau für die Fachbetriebe gemacht?
Im Grunde ist es immer das Gleiche. Der völlig überforderte Fachbetrieb möge sich auf das Errichten der Heizungsanlagen konzentrieren und die Planung, Angebotserstellung und das Administrative wird einem abgenommen.
Das hört sich in der Theorie nach einer Win-Win-Situation an, allerdings besteht die Gefahr, dass dem Fachbetrieb nicht nur die lästige Arbeit abgenommen, sondern auf Sicht auch was weggenommen wird.

Das höchste Gut eines Fachbetriebes, sind seit jeher seine Kunden. Die Bindung und sein Datenwissen. Wer dies aus seiner Hand gibt, läuft Gefahr es zu verlieren, oder eben weggenommen zu bekommen.
Der Fachbetrieb, der die Keller seiner Kunden kennt, der wie kein anderer weiß, wie das Alter, der Zustand und die Energieform der Heizungsanlage ist, ist der Datenträger in menschlicher Form.
Dieses Wissen, ist das Gold, was man im besten Fall bei sich belässt.

Natürlich ist es nicht neu, dass Daten gesammelt werden. Und kurzfristig mag das dem Geschäft auch nicht schaden.
Allerdings leben wir in einer Zeit, wo Firmen wie „Thermondo“ etc. die klassischen Vertriebswege auf den Kopf stellen. Die Kesselhersteller arbeiten quasi alle an Modellen, die Ihnen den Zugang zum Endkunden näher bringen.

Daher darf sich auch niemand wundern, wenn unsere Kunden kurz vorm nächst anstehenden Kesseltausch, im Briefkasten (per Mail) wie von Geisterhand Heizungsanlagen mit Montageservice angeboten bekommen.

Unsere Meinung dazu: Selbstlos sieht anders aus ….

In diesem Sinne – Euer Team Handwerk e.V.

Augen auf, beim Warenkauf …

Uns erreicht mal wieder eine interessante Mitteilung, die wir zum Gedankenaustausch nutzen möchten.

Die Duravit AG plant den Kauf eines Online-Shops. Im Fokus soll die „Nextrend GmbH“ stehen, die mit dem Onlineshop Berstein Wohnen Shop für XXL Wohnlandschaften, Rattan Gartenmöbel und vieles mehr, eine Endkundenplattform darstellt.

Es dürfte auf der Hand liegen, welche Gedankenspiele sich hier die Verantwortlichen von DURAVIT gemacht haben, um sich mit dem Kauf einer solchen Online-Plattform zu beschäftigen.

Als SHK-Fachbetrieb stellt man sich die Frage, wie die Industrie in Zukunft ihre Produkte vertreiben möchte und inwieweit der Fachhändler sich hier noch als Partner sieht.

Wir können nur mutmaßen, aber so eine Ankündigung ist in unseren Augen ein Signal in die falsche Richtung und ein Affront für die treuen Fachhandwerker, die sich mit der Marke identifizieren.

Es drängen sich quasi 2 Fragen auf, die ähnlich klingen, aber unterschiedlicher nicht sein könnten:

  • Frage 1: Welcher SHK-Fachbetrieb braucht Duravit ?
  • Frage 2: Welchen SHK-Fachbetrieb braucht Duravit ?

Die Antwort auf Frage 1 ist schnell beantwortet. Neben DURAVIT gibt es zig andere Hersteller, die vergleichbare Keramiken anbieten.

Spannender ist hier die Antwort auf Frage 2. Hier darf sich mal jeder SHK-Fachbetrieb hinterfragen, wie bedeutend er für den ein- oder anderen Industriezweig noch ist.

Dankbarkeit und Treue sind Attribute, die es in unserer Branche nur noch selten gibt. Damit müssen wir uns abfinden, anfreunden können wir uns damit aber nicht.

„Es war schön mit Dir, so lange wie wir Dich brauchten. Wir kommen jetzt aber auch gut ohne Dich aus“.

Wenn das die Message ist, dann werden aus Partnern auf Sicht Konkurrenten.

Oder was denkt Ihr? Bitte schickt uns eure Meinungen:

info@team-handwerk.de

Euer Team Handwerk e.V.

 

Wer gerne über den Preis diskutiert, wird sich freuen …

Mal wieder taucht eine Marke im Baumarkt in Erscheinung, die dort zu einem Preis angeboten wird, die jeden Fachinstallateur vor Freude jubeln lässt.
Natürlich nur, wenn man Spaß daran hat, sich mit seinem Kunden über die Preisgestaltung auszulassen.


Gut, dies ist keine Ausnahme mehr und mittlerweile wird ja überall die sogenannte Markenware des Fachhandels verscherbelt.

Es stellt sich aber die Frage, warum sich das Fachhandwerk noch für die sogenannte „Marke“ stark machen sollte.

Andere Mütter haben auch schöne Töchter, oder treffender formuliert „aus anderen Armaturen kommt doch auch Wasser“.

Es gab in der SHK Branche eine „Stunde null“, eine neue Zeitrechnung …. Einmal die Zeit vor Reuter, und einmal die nach Reuter …
Das Öffnen aller moralischen Grenzen, hat alle Produkte für den Endkunden erreichbar gemacht, womit dann auch der Vertriebsvorteil für das Fachhandwerk weggebrochen ist.

Also was spricht heute noch für die Verwendung von diesen Produkten?
Preisvorteil, Qualität, Lieferfähigkeit ?
Eher nicht. Gesunde Produktmargen sind über die Produkte nicht zu erzielen. Vielmehr muss der Fachinstallateur über seine Dienstleistung punkten.
Bei der Qualität und der 5-jährigen Gewährleistung, tun sich Andere auch nicht schwer und bei der Lieferzeit (wenn man es nicht gerade sofort braucht), gibt es auch keine Unterschiede mehr.

 

Mittlerweile ist es zum Nachteil geworden, Markenprodukte mit einem Preis auszuweisen, die dann verglichen bzw. zerrissen werden.
Den Preis dann mit der Dienstleistung zu verstecken, ist mittlerweile gängige Praxis. Allerdings ist dies kein Allheilmittel, da „kritische“ Kunden auch hier gerne mal zurückrechnen.

Auch die Abgabe eines Gesamtpreises wird praktiziert, was aber nicht weniger Diskussionen hervorbringt und dann auch nur eine Halblösung darstellt.
Da war ein Marketing-Preisträger etwas kreativer, der bei einer Badsanierung drei neue Kalkulationsgrundlagen schuf.

So wird die Rohmontage mit einem relativ geringen Materialwert hochpreisig vorgegeben, die Fliesenarbeiten etc. gesund gerechnet und die Feinmontage mit ihren vergleichbaren Produkten spitz kalkuliert.
So verdient er sein Geld vorher und kann bei den Produkten, die der Endkunde nur vergleicht, mit kleinen Margen leichter mithalten.

Das sind zwar alles schöne Ideen, besser wäre es aber, sich von der Markenindustrie nicht so abhängig zu machen. Die Zeit ist reif für eine echte Fachhandwerkermarke. Vom Fachhandwerk, fürs Fachhandwerk.

Meint, euer Team Handwerk e.V.

Zweierlei Maß ?

Hallo liebes SHK-Fachhandwerk ,

wieder einmal erreicht uns eine Meldung, die uns nachdenklich macht.

Uns liegt der Vorgang vor, sodass wir dies hier unverblümt zum Anlass nehmen, um mal bei den Kollegen nach ähnlichen Erfahrungen zu fragen.

 

Folgendes ist zum wiederholten Male vorgefallen.

Ein alteingesessener mittelständiger SHK-Fachbetrieb, mit einer schönen Badausstellung und mit einem guten Ruf, bestellte bei einem Großhändler seines Vertrauens einen DURAVIT Aufsatz-Waschtisch. Der Liefertermin wurde bestätigt und da das Bauvorhaben erst danach anfiel, sollte ein glücklicher Kunde zum Fertigungstermin garantiert sein.

Der Waschtisch von DURAVIT traf aber nicht zum bestätigten Zeitraum ein und wurde mit leichter Verzögerung neu angekündigt.

Dieser Termin wurde aber auch nicht eingehalten, womit die Fertigstellung des Bades in Verzug geraten ist. Der Kunde hat natürlich seinen Unmut an seinen Ansprechpartner „dem Fachinstallateur“ freien Lauf gelassen und auf die Verfügbarkeit bei einem Online-Händler verwiesen.

Eine Überprüfung ergab, dass der Waschtisch von DURAVIT bei diversen Online-Händlern sofort verfügbar gewesen wäre.

Nach Rücksprache mit DURAVIT und dem Großhändler, ist selbst nach den vergangenen Wochen der schwebenden Bestellauslieferung, der Weg über den Online-Händler immer noch schneller.

Der SHK-Fachbetrieb hält aber aus Gründen der Verbundenheit am dreistufigem Vertriebsweg mit seinen Großhändler fest. Schließlich sieht er hier den Großhandel auch als Opfer, der nur das ausliefern kann was die Industrie ihm liefert.

In diesem Beispiel sprechen wir von DURAVIT. Wir wollen und können natürlich nicht ausschließen, dass ähnliche Fälle auch auf andere Teile der Industrie zutreffen.

Daher bitten wir wieder um Rückmeldungen, bzw. Berichten von ähnlichen Erfahrungen. Wir hier bei Team-Handwerk e.V. haben schon den ein- oder anderen Fall zu Ohren bekommen, sodass bei uns der Eindruck entstanden ist, dass einige von der Industrie die Online-Händler bevorzugen.

Und wenn man den Online-Handel als Kunden betrachtet, dann ist der einzelne SHK-Fachbetrieb ja auch nur ein kleines Licht.

Anmerkung: In Zeiten der Pandemie, wird ja gerne alles auf COVID-19 geschoben. Dies haben wir natürlich berücksichtigt. Wir konnten aber ausschließen, dass der Virus der Grund für die unterschiedlichen Lieferzeiten wäre.

Wir freuen uns jetzt auf eure Erfahrungen. Bitte bleibt gesund.

Euer Team Handwerk e.V.

Handwerk der Zukunft: Wenn Aldi malert und Lidl mauert..

Wäre es möglich, dass der Maler vom Aldi, der Maurer vom Lidl, der Installateur von Penny und der Elektriker vom Rewe kommt? Unmöglich? Nein, wir werden es erleben! Manch einer wird denken: „Ja, das wäre es schön, nicht mehr auf Handwerker warten und Preise wie beim Diskounter zu zahlen“. Aber wollen wir wirklich dass das Handwerk immer mehr von Diskountern aufgefressen wird? Eine Betrachtung von Thorsten Bullerdiek. 

Die Frage stellt sich für wen die Gefahr besteht. Während Bäcker und Metzger mitten im Zentrum des Orkans sind, können sich Maler, Maurer, Tischler und Elektriker noch glücklich schätzen dass die Diskounter den Markt zwar mit Ware für Heimwerker fluten, aber das klassische Geschäft der Dienstleistung noch in Ruhe lassen. Noch…!, Denn Baumärkte vermitteln ja schon Handwerker und warum sollten die Discounter dieses Geschäftsmodell liegen lassen? Es scheint wie die Ruhe vor dem Sturm.

Bäcker, Metzger – das Handwerk verdient in Zukunft woanders sein Geld…

Die Parallelen zum inhabergeführtem kleinen Einzelhandel sind unverkennbar. Diese Unternehmen leiden  schon jetzt stark unter Diskountern und drohen zu verschwinden. Nur wenige finden  in Nischen ihr Auskommen, da sie meist preislich und logistisch kaum eine Chance haben. Ebenso geht es Bäckern und Metzgern. Seit Jahren werden die Preise kannibalisiert, mit der Folge dass die kleinen Betriebe einen langsamen Tod sterben. Das die  Qualität und der Geschmack der Produkte leiden, kommt zwangsläufig dazu. In anderen Zweigen des Handwerks  haben die vielen kleinen Stützen unseres Wirtschaftssystems im Moment  noch reichlich zu tun. Anders als im Handel in den Innenstädten**besteht dort noch kein starker Druck zur Veränderung. Dennoch die Gefahren lauern auch bei Malern, Tischlern, Elektrikern.  Immer da wo gutes Geld verdient wird, warten die Organisationsgenies der Diskounter, der Ketten und der Digitalisierer darauf erst mitzuverdienen und  später das Geschäft selbst zu machen.

Handwerk hat goldenen Boden – und künftig?

Über eine Million Handwerksbetriebe mit ca. 5,6 Millionen Beschäftigten und knapp 370.000 Auszubildenden setzen in Deutschland derzeit rund 640 Milliarden Euro um. Das Handwerk boomt und hat solide und gute Aussichten. Volle Auftragsbücher signalisieren gute Aussichten auch in den kommenden Jahren. Haben diese Zweige zu  viel zu tun um sich um ihre eigene Zukunft zu kümmern?  Gerade jetzt, in guten Zeiten, ist es an der Zeit für die Zukunft vorzusorgen. Das Handwerk muss die Digitalisierung offensiv und regional gemeinsam in Angriff nehmen. Das digitale Aufmaß, ja ein wichtiger Schritt, die Webseite ebenso und so manch kleines Tool hilft bei der Auftragsbearbeitung, der Buchhaltung und vielem mehr. Aber es fehlt noch an vielen kleinen und großen Schritten um zukunftssicher zu werden.  Daher sollten sich alle Handwerksbetriebe auf den Weg machen. Die Zukunft kommt zwar von selbst, aber wer mitgestalten will muss dies früh genug tun.

Fünf Punkte für Gemeinsamkeit um erfolgreich in die Zukunft zu kommen:

  1. Gemeinsames Arbeiten mit Verbundpartnern. Handwerker mit Handwerker. Das klappt koordiniert schon recht gut in vielen Bereichen. Wer es noch nicht tut.. unbedingt anfangen!
  2. Gemeinsam werben. Eine Webseite allein macht im Internet wirklich nichts mehr her. Besser ist der Mix mit Anzeigen, gemeinsamen Webseiten und am besten einem gemeinsamen regionalen Portal. Am besten das regionale Handwerkerportal auf dem regionalen Marktplatz. Auch Zwischenschritte sind denkbar. Aber hier ist Potenzial.
  3. Gemeinsame Büros. Ein Handwerkerzentrum kann Synergien nutzen, Bürokräfte besser auslasten und Kapazitäten besser planen.
  4. Gemeinsame Konzepte mit denen Kunden ihr „Rund-um-sorglos-Paket“ bekommen können.
  5. Gemeinsam in die Zukunft!  Neben dem Tagesbetrieb muss auch der Plan für die Zukunft gemeistert werden.

 

Quelle: https://kommunal.de/handwerk-der-zukunft

von THORSTEN BULLERDIEK

Sprecher des Städte und Gemeindebundes Niedersachsen

 

Wir von Team Handwerk e.V. finden diesen Kommentar sehr anregend und freuen uns jetzt schon auf eure Sichtweise dazu.
Also, wer uns dazu schreiben möchte, möge sich nicht bremsen.

Euer Team Handwerk e.V.

 

Treu, bis was Besseres kommt …

Und wieder einmal wird uns schön vor Augen geführt, wie unsere Partner-Produkte, für manche auch schon Ex-Partner, verscherbelt werden.

Bei all den Aktionsangeboten, wie hier beim Beispiel eines Baumarkt-Prospektes, wird mit „Marke“ Markt gemacht.

Ein Markenprodukt zieht nach wie vor die Aufmerksamkeit auf sich und wird vom Endkunden als Qualitätsprodukt wahrgenommen.
Dies hat dann immer zur Folge, dass unser Fachhandwerk mit der vergleichbaren Marke in Preisdiskussionen verwickelt wird.

Ein Teufelskreis, wo jeder auf seiner Weise versucht herauszukommen.
Die Industrie lässt das Fachhandwerk mit dieser Problematik alleine. Warum sollte man sich auch hier einmischen? Wo und wie die Produkte an den Endkunden gelangen, ist denen verständlicher Weise egal.

Das Fachhandwerk ist angehalten, einen eigenen Weg zu finden. Man kann natürlich Produktmargen mit Dienstleistungsaufschlägen kompensieren. Dies ist für die Industrie am Einfachsten und verschiebt im schlimmsten Fall die Diskussion vom Produkt auf die Dienstleistungspreise.

Eine weitere Möglichkeit ist es, alternative Produkte für sich zu entdecken. Hier gibt es den ein- oder anderen Anbieter, der qualitativ nicht schlechter sein muss, aber Überzeugungsarbeit beim Endkunden erfordert.
Dies wird natürlich gerne von der Markenindustrie und angeschlossenen Fachgroßhändlern zerredet. Vorteile aber hier, die Preisdiskussion lässt nach.

Eigenmarken vom Fachgroßhändler, helfen in erster Linie dem Fachhändler, sind aber trotzdem für viele das kleinere Übel.
Was wirklich helfen würde, wäre eine Marke die vom Fachhandwerk fürs Fachhandwerk käme. Quasi in Eigenregie produziert und vertrieben würde. Hierfür müssten sich aber bundesweit 1000 Betriebe finden, die eine Eigenmarke verpflichtend vermarktet.

Über verlängerte Produktgarantien, die beim Einbau vom Fachhandwerk an die Endkunden weitergegeben werden, hat die Industrie zwar Argumente geschaffen, inwieweit diese aber für den Endkunden ins Gewicht fallen, bleibt dahingestellt.

Es ist eigentlich wie immer. Jeder macht was er will und versucht für sich das Beste am Ende rauszuholen. Hauptsache ist aber, verkauft Euch nicht unter Wert.

In diesem Sinne  – Euer Team Handwerke.V.

Team Handwerk e.V. wünscht ein frohes neues Jahr …

… und vor allem Gesundheit.

Unsere Gesundheit war uns schon immer wichtig, aber nie zuvor wurde es uns so deutlich vor Augen geführt, wie im letzten Jahr.

Durch Covid19, ein kleiner Virus der groß rauskam, geriet die ganze Welt in Aufruhr. Jedem wurde noch einmal deutlich, dass man sich für Geld zwar alles kaufen kann, aber trotzdem die Gesundheit ein unbezahlbares Gut bleibt.

Die Gesundheitswünsche fürs neue Jahr, haben eine bodenständige Tiefe bekommen, die uns in den letzten Jahren viel zu lapidar über den Lippen rutschte. Der Blick auf das Wesentliche scheint bei dem ein- oder anderen wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Zumindest dies ist eine positive Entwicklung.

Was uns SHK-Fachhandwerker betrifft, befinden wir uns in der „systemrelevanten“ Grauzone. Wir gehören zwar nicht zum Pflegepersonal, aber als Garant für die Versorgung von Trinkwasser und Wärme, dürfen wir unsere Arbeit weiterhin verrichten.

Wir, das Fachhandwerk, gehören daher auch eher zu den Gewinnern der Pandemie, obwohl sich der Ausdruck eigentlich verbietet. Tatsache ist, unsere Kunden nutzen die Zeit und auch ihr Geld, um in die eigenen vier Wände zu investieren. Wer nicht im Urlaub fliegen konnte, gönnte sich endlich den eigenen Pool im Garten. Die Nachfrage und die Lieferzeiten waren noch nie so groß.

Es gibt aber eben auch Branchen, die keine Zukunft sehen und hier wird sich zeigen, wie sozial unser Sozialstaat wirklich ist. Und dies ist sicherlich nicht alleine die Aufgabe der Regierung, sondern die jedes Einzelnen.

Wenn wir aus diesem Tal wieder raus sind, gelten folgende Mottos:

  • Selber kochen ist schön, auswärts „Essen gehen“ aber sozialer.
  • Online shoppen ist bequem, Shoppen gehen aber sozialer.
  • etc.

In diesem Sinne, allen ein erfolgreiches, schönes und vor allem gesundes neue Jahr.

Euer Team Handwerk e.V.

 

*Fotodatei von @starline

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